people-news.ch

«Steckerlfischfiasko»: Mord im Golfclub - hat sich das Warten gelohnt?

Fast drei Jahre ohne Franz, Rudi und Susi: Mit «Steckerlfischfiasko» kehrt Niederkaltenkirchen auf die Leinwand zurück. Der Steckerlfischkönig liegt tot im Wellnessbereich, Rudi lebt an der Armutsgrenze und Susi will Bürgermeisterin werden. Hat sich das lange Warten auf den neuen Eberhofer gelohnt?

(ili/pch)
«Steckerlfischfiasko» mit dem erfolgreichen Antiheldenduo Dorfpolizist Franz Ebehofer (Sebastian Bezzel, r.) und Privatdetektiv Rudi Birkenberger (Simon Schwarz).
«Steckerlfischfiasko» mit dem erfolgreichen Antiheldenduo Dorfpolizist Franz Ebehofer (Sebastian Bezzel, r.) und Privatdetektiv Rudi Birkenberger (Simon Schwarz). © © Constantin Film Distribution GmbH / Bernd Schuller
Dieser Artikel enthält eingebettete Inhalte (Video/Social Media), die erst nach deiner Zustimmung geladen werden.

Fast drei Jahre lang war es verdächtig still in Niederkaltenkirchen. Kein Franz, kein Rudi, keine Susi, keine skurrilen Mordfälle, keine saftigen Schimpftiraden. Nach «Rehragout-Rendezvous» von 2023 mussten sich Eberhofer-Fans ungewöhnlich lange gedulden. Am Montagabend war es dann endlich soweit: Die Weltpremiere von «Steckerlfischfiasko» im Münchner Mathäser Filmpalast wurde zu einem umjubelten Wiedersehen. Offiziell startet der Jubiläumsfilm am heutigen Donnerstag (13. August) deutschlandweit in den Kinos.

Der Film fühlt sich ein bisschen wie Heimkommen an. Das fühlten offenbar auch die Schauspieler, wie Sebastian Bezzel (55) im Interview mit spot on news erzählte: «Bei ‹Steckerlfischfiasko› war die Rückkehr ans Set in der Tat besonders spannend, weil zwischen den Dreharbeiten fast drei Jahre lagen. Natürlich waren manche etwas grauer oder ein bisschen älter geworden, aber als ich am ersten Drehtag den Bauernhof betrat, fühlte es sich an, als wäre keine Zeit vergangen. Dieselben Menschen, dieselbe Freundlichkeit, derselbe Humor und dieselbe Ruhe beim Arbeiten - das war ein schönes Gefühl.»

Das Drama um den Steckerlfischkönig

Und dann geht es auch schon wieder los in Niederkaltenkirchen: Der örtliche Steckerlfischkönig wird tot in der Wellnesslandschaft des neuen Golfclubs aufgefunden. Für Dorfpolizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) kommt der Mordfall gerade recht, denn privat ist sein Leben einmal mehr kompliziert genug. Seine Lebensgefährtin Susi Gmeinwieser (Lisa Maria Potthoff) kandidiert fürs Bürgermeisteramt, Sohn Pauli möchte seinen Vater als tanzenden Baum auf der Ballettbühne sehen und im Neubau herrscht erwartungsgemäss eher Chaos als Idylle. Alles andere als harmonisch ist auch die Fehde zweier Volksfestclans, in die Eberhofer gemeinsam mit Privatdetektiv Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) gerät ...

Herrlicher Episoden-Cast

Die Stammbesetzung spielt gewohnt leidenschaftlich auf. Die Episodenhauptrollen Lara Mandoki (36) als Eberhofer-Haushaltshilfe Julika, Ruby O. Fee (30) als Paulus-Tochter Tessa oder Milan Peschel (58) als Golf Marshal Bufka sind eine wahre Freude.

Eine schöne Überraschung ist ausserdem Christian Tramitz (71): Er liest seit Jahren sämtliche Eberhofer-Hörbücher ein und ist nun erstmals auch in einem Eberhofer-Film zu sehen - als lokaler Steckerlfischkönig Paulus.

«Es miachtlt!» (Pathologe Günther) - Rudi an der Armutsgrenze

Schauspieler Simon Schwarz (55) als inzwischen ziemlich verwahrloster langhaariger Rudi beschreibt hinter dem Klamauk durchaus ein ernstes Thema: Rudis Leben an der Armutsgrenze. Sein «Selbstversuch», ohne Hygienestandards auszukommen, oder wie es Dienststellenleiter Moratschek (Sigi Zimmerschied) bezeichnet, sein «Vor-sich-hinkompostieren», ist der Running-Gag im Film. Und zeigt einmal mehr, wie viel Tragik in den von Schriftstellerin Rita Falk ersonnenen und von Regisseur Ed Herzog und Produzentin Kerstin Schmidbauer umgesetzten Krimikomödien steckt.

Rührende Szenen - bis hin zum Abspann

Besonders ans Herz geht diesmal der Umgang mit der Eberhofer-Oma. Die inzwischen 89-jährige Regensburger Schauspielerin Enzi Fuchs lässt in ihrer Rolle selbst die grantigsten Eberhofer-Gemüter sanft und liebevoll werden.

Überhaupt ist «Steckerlfischfiasko» immer dann dann besonders stark, wenn die Familie einfach Familie sein darf. «Sie streiten, beleidigen sich gegenseitig, gehen sich permanent auf die Nerven - aber wenn es darauf ankommt, halten sie zusammen. Diese Chaosfamilie hat Haltung. Sie funktioniert als Team. Das war schon in früheren Filmen so, etwa als der Hof beschossen wurde. Wenn es eng wird, stehen sie füreinander ein. Das rührt mich jedes Mal», schwärmt Bezzel.

Rührend wird es schliesslich auch ganz am Ende. Die inzwischen leider schon einige Menschen umfassende Widmung im Abspann erinnert ebenfalls daran, dass hinter der komödiantischen Niederkaltenkirchen-Welt ein echte Filmfamilie steht - nicht mal die Hinkelotta-Darsteller werden vergessen.

Bildergalerie

Karriere nach dem «Tatort»: Das wurde aus den Kommissaren

Sebastian Bezzel oder Andrea Sawatzki konnten sich nach ihrem Aus als «Tatort»-Kommissare in anderen erfolgreichen Rollen etablieren. Das gelang auch anderen Ex-Sonntagskrimi-Stars.
1 / 25

Sebastian Bezzel oder Andrea Sawatzki konnten sich nach ihrem Aus als «Tatort»-Kommissare in anderen erfolgreichen Rollen etablieren. Das gelang auch anderen Ex-Sonntagskrimi-Stars. © ARD Degeto/BR/Bernd Schuller / SWR/Zum Goldenen Lamm/Britta Krehl

Fazit

Das Warten hat sich gelohnt. Die Erwartungen sind zu 100 Prozent erfüllt. Die Charaktere bleiben trotz individueller Entwicklung liebenswürdig, schrullig und besonders. «Steckerlfischfiasko» ist kein verzweifelter Versuch, zum zehnten Jubiläum noch eins draufzusetzen - sondern ein Film, der genau weiss, was seine Fans lieben: Freundschaft, Familie, absurde Einfälle, herrliche Schimpftiraden, einen schönen Schmarrn und ganz viel Herz.

An einem elften Eberhofer-Film dürften die Macher daher kaum vorbeikommen. «Ich kann nur sagen: Sollte es einen elften Film geben, werde ich alles daransetzen, ihn zeitlich möglich zu machen. Ich spiele Susi wahnsinnig gern», sagt Schauspielerin Lisa Maria Potthoff (48) im Interview mit spot on news. Ihren 13. Eberhofer-Roman «Apfelstrudel-Alibi» stellte Rita Falk im Herbst 2025 immerhin schon mal vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare (0 Kommentare)

Noch keine Kommentare. Schreib den ersten!