Drei Jahre sind eine lange Zeit - selbst für Franz Eberhofer. Seit 2013 kam fast jährlich ein neuer Fall des niederbayerischen Dorfpolizisten ins Kino, zuletzt aber herrschte ungewohnte Ruhe. Am 13. August hat das Warten ein Ende: Mit «Steckerlfischfiasko» kehrt die Eberhofer-Familie deutschlandweit auf die grosse Leinwand zurück.
Für Sebastian Bezzel (55), der seit «Dampfnudelblues» (2013) den grantigen Dorfpolizisten spielt, fühlte sich die Rückkehr dennoch erstaunlich vertraut an. «Als ich am ersten Drehtag den Bauernhof betrat, fühlte es sich an, als wäre keine Zeit vergangen», erzählt er im Interview mit spot on news. «Dieselben Menschen, dieselbe Freundlichkeit, derselbe Humor und dieselbe Ruhe beim Arbeiten - das war ein schönes Gefühl.»
Nach drei Jahren wieder da
Fast drei Jahre lagen zwischen den Dreharbeiten zu «Rehragout-Rendezvous» (2023), dem neunten Teil der Reihe, und dem nunmehr zehnten Eberhofer-Film. «Die lange Pause hat der Reihe gutgetan», findet Bezzel. Alle Beteiligten hätten in der Zwischenzeit Zeit für andere Projekte gehabt. Als sie schliesslich wieder gemeinsam vor der Kamera standen, sei sofort zu spüren gewesen, «dass alle wieder richtig Lust» hatten.
Für Bezzel ist die Reihe längst mehr als nur ein weiterer Job. Rund 300 Drehtage hat er inzwischen als Franz Eberhofer absolviert, hinzu kommen Interviews und Kinotouren. «Insgesamt habe ich sicher anderthalb bis zwei Jahre meines Lebens mit dieser Reihe verbracht.» Über die Jahre ist dabei eine grosse Vertrautheit innerhalb des Ensembles entstanden, die auch die Filme prägt. Besonders das Zusammenspiel mit Simon Schwarz (55) als Privatdetektiv Rudi Birkenberger funktioniert inzwischen nahezu wie von selbst.
«Diese Chaosfamilie funktioniert als Team»
Doch selbst in dem eingespielten Ensemble gibt es nach all den Jahren noch Überraschungen: Simon Schwarz präsentiert sich als Rudi diesmal mit einem völlig neuen Look. Bezzel erinnert sich noch gut an den Moment, als er seinen Kollegen zum ersten Mal so sah: «Als Simon dann geschniegelt mit Perücke vor mir sass, musste ich ihn einfach nur anstarren. Mir wurde plötzlich klar, dass ich diesen Anblick jetzt rund 20 Drehtage lang haben würde.» Der Langhaar-Rudi hatte allerdings auch etwas Inspirierendes: «Ich mochte den Look aber sehr», erzählt Bezzel. «Wir hatten sogar sofort Ideen für einen ganz anderen Film mit dieser Figur.»
Auch der Nachwuchs bringt eine neue Dynamik in die Familie. Paul (Pelle Küffner), genannt Pauli, der Sohn von Franz und Susi, spielt in diesem Film erstmals eine grössere Rolle. Er rettet «Schneckis», tanzt Ballett und spricht Hochdeutsch. Trotz aller Unterschiede hält die Familie jedoch zusammen. «Sie streiten, beleidigen sich gegenseitig, gehen sich permanent auf die Nerven - aber wenn es darauf ankommt, halten sie zusammen», sagt Bezzel. «Diese Chaosfamilie hat Haltung, sie funktioniert als Team.»
Bezzels Kinder kennen seine Filme
Apropos Familie: Inzwischen haben auch die beiden Kinder von Sebastian Bezzel und Schauspielerin Johanna Christine Gehlen (56) einige der Eberhofer-Filme gesehen - grosse Bewunderung ist deshalb allerdings nicht unbedingt zu erwarten. «Ich glaube nicht, dass sie meine grössten Fans sind - aber sie finden mich auch nicht peinlich», sagt Bezzel und erzählt von einer Theaterpremiere, die vor Kurzem stattfand.
«In dem Stück spiele ich eine Doppelrolle und stehe anderthalb Stunden mit wahnsinnig viel Text auf der Bühne», erzählt er. Das Urteil seines 14-jährigen Sohnes fiel anschliessend denkbar knapp aus: «Ja, Papa, gut.» Über die trockene Reaktion kann Bezzel nur schmunzeln: «Mehr kann und muss man von einem Teenager nicht erwarten.»







