In den vergangenen Monaten ist es im deutschen Fernsehen zu weitreichenden Veränderungen gekommen. Speziell Ende April beim Sender RTL, als die Frühformate «Punkt 6», «Punkt 7» und «Punkt 8» allesamt zum letzten Mal ausgestrahlt wurden und die zahlreichen Moderatorinnen und Moderatoren ohne Job dastanden.
Das rät «Frühstücksfernsehen»-Star Matthias Killing den Kollegen
Hat das lineare Fernsehen noch eine Zukunft? «Frühstücksfernsehen»-Star Matthias Killing hat darauf eine klare Antwort. Ein Plan B sei dennoch immer wichtig, rät er den Kollegen.

Die Gesichter der «Tagesschau»: Das sind die aktuellen Sprecher

Romy Hiller ist seit vergangenem Monat die neue Sprecherin der 20-Uhr-Hauptausgabe der «Tagesschau». Damit unterstützt sie eine Reihe von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen. © NDR/Hendrik Lüders
Einer ihrer Kollegen vom Konkurrenten Sat.1, Matthias Killing (46), hat sich nun gegenüber der «Abendzeitung» zu den neuen Herausforderungen geäussert, die auch für ihn immer stärker zu spüren seien. Zugleich hat er für Betroffene einen hilfreichen Ratschlag parat und widerspricht der Sorge, dass lineares Fernsehen bald komplett Geschichte sein könnte.
Sport als Live-Garant
So sei es nicht von der Hand zu weisen, dass «Streaming immer wichtiger wird und viele Zuschauer vom linearen zum digitalen Angebot abwandern». Dass daraus resultierende Umstrukturierungen der Sender zu Kündigungen führen, «ist brutal», so Killing, aber eben ein normaler Teil des Business.
Er könne daher nur empfehlen, sich als TV-Gesicht prophylaktisch breiter aufzustellen. Er habe sich inzwischen im Sportbereich ein zweites Standbein aufgebaut und könne so der Live-Übertragung treu bleiben: «Das kann man natürlich auf einer entsprechenden Streaming-Plattform gucken, aber dann eben auch live. Das Champions-League-Spiel will ich live sehen, ebenso die Eishockey-WM oder die Basketball-WM.»
Besagte Basketball-WM der Frauen, die vom 4. bis 13. September ausgetragen wird, begleitet Killing als Moderator. Ebenfalls in diesem Zeitraum fällt sein neuer Job als «The Voice of Germany»-Moderator - am 11. September wird er erstmals durch die Musik-Show führen.
Die Zukunft von linearem Fernsehen
Allzu fatalistisch wolle er trotz der immer grösseren Auswahl an Streamingplattformen nicht in die Zukunft des linearen Fernsehens blicken. Er nimmt sich dabei selbst als Beispiel und sagt: «Ich glaube, dass das Fernsehen sich weiter wandelt, aber in zehn Jahren noch immer da sein wird. Ich bin jetzt 46 Jahre alt und schaue noch lineares TV. In zehn Jahren bin ich 56 und dann gucke ich immer noch normales Fernsehen, weil ich das gewöhnt bin.»
Folglich sollten junge Menschen, die eine Karriere im TV anstreben, nicht vorzeitig die Hoffnung verlieren. Wichtig sei es seiner Meinung nach jedoch, dass sie aus den richtigen Gründen den Weg vor die Kamera suchen. «Das ist auch immer die erste Frage, die ich jungen Leuten stelle. Was ist dein Antrieb? Wenn dann jemand zu mir sagt, er oder sie wolle berühmt werden, ist das der falsche Antrieb.»
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