Mark Medlock (48) veröffentlicht am 14. August sein neues Studioalbum «Back into the Sun». Die Platte des «DSDS»-Gewinners von 2007 ist «nach einer Phase kreativer Weiterentwicklung» entstanden und enthält sowohl neue als auch bekannte Songs des Künstlers.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht Mark Medlock über seinen Neustart, die bewusste Auszeit vom Musikgeschäft und seine Zusammenarbeit mit Produzent Christian Geller. Ausserdem erklärt er, weshalb das Kapitel Dieter Bohlen für ihn abgeschlossen ist, welche Bedeutung Sylt und seine langjährige Vertraute Cornelia Reckert für ihn haben und unter welchen Bedingungen er sich eine eigene Tour vorstellen kann.

«Back into the Sun» ist ein neues Kapitel für Sie. Was ist an «Mark Medlock 2.0» anders als früher?

Mark Medlock: Ich bin heute viel entspannter und ausgeglichener. Früher wollte ich immer Vollgas geben, heute weiss ich, dass man seine Energie gut einteilen muss. Ich geniesse die Musik viel bewusster und mache nur noch das, womit ich mich wirklich identifizieren kann. Der kleine Kindskopf ist zwar immer noch da, aber ich bin als Mensch erwachsener geworden.

Sie haben sichtlich viel Freude an Ihrer Rückkehr. Haben Sie es jemals bereut, sich zurückgezogen zu haben?

Medlock: Nein, ganz im Gegenteil. Dieser Schritt war damals genau richtig. Ich musste erst wieder Kraft sammeln und zu mir selbst finden. Ohne diese Zeit wäre ich heute nicht der Mensch und Künstler, der ich jetzt bin. Deshalb bin ich dankbar, dass ich damals auf mein Bauchgefühl gehört habe.

Haben Sie Bedenken, dass der neue Trubel um Ihre Person Sie irgendwann überfordern könnte?

Medlock: Nein, weil ich heute ganz anders damit umgehe. Ich kenne die Höhen und Tiefen des Geschäfts und weiss inzwischen viel besser, auf mich selbst zu achten. Solange ich mir meine Ruhephasen nehme und Menschen um mich habe, denen ich vertraue, freue ich mich einfach auf alles, was jetzt kommt.

Auf dem Album finden sich einige Ihrer bekannten Hits in neuen Versionen. Warum war es Ihnen wichtig, diese Songs noch einmal aufzunehmen?

Medlock: Diese Songs gehören einfach zu meiner Geschichte. Sie heute noch einmal einzusingen, hat mir gezeigt, dass meine Stimme immer noch da ist und sich sogar weiterentwickelt hat. Gleichzeitig kann ich sie heute mit einer ganz anderen Lebenserfahrung interpretieren. Dadurch bekommen sie automatisch eine neue Tiefe.

Sie arbeiteten diesmal mit Produzent Christian Geller zusammen. Was hat er musikalisch in Ihnen geweckt?

Medlock: Christian hat sofort verstanden, wer ich heute als Künstler bin. Er hat mir den Raum gegeben, ohne Druck zu arbeiten, und genau dieses Vertrauen hat das Beste aus mir herausgeholt. Gemeinsam haben wir einen Sound gefunden, der zu meinem heutigen Leben passt und mit dem ich mich zu hundert Prozent wohlfühle.

Sie haben gesagt, die Zeit mit Dieter Bohlen sei ein abgeschlossenes Kapitel. Was haben Sie aus der Zusammenarbeit für Ihre heutige Karriere mitgenommen?

Medlock: Ich bin dankbar für alles, was ich damals lernen durfte. Diese Zeit hat mein Leben absolut verändert und mir den Weg in die Musik ermöglicht. Natürlich gab es Höhen und Tiefen, aber genau daraus lernt man. Heute gehe ich meinen eigenen Weg, mit mehr Gelassenheit und einer ganz anderen Sicht auf das Leben. Ich schaue nach vorne und wünsche jedem nur das Beste.

Haben Sie von ihm eine Reaktion auf Ihr Comeback bekommen? Oder haben sich andere «DSDS»-Kollegen gemeldet?

Medlock: Nein, weder von Dieter Bohlen noch von ehemaligen «DSDS»-Kollegen hat es bislang eine Reaktion auf mein Comeback gegeben. Das ist aber völlig in Ordnung und für mich auch kein Thema. Jeder geht seinen eigenen Weg, jeder hat seine eigenen Projekte und Verpflichtungen. Ich konzentriere mich auf das, was vor mir liegt, und freue mich einfach riesig über die vielen positiven Rückmeldungen meiner Fans und von den Medien. Das bedeutet mir sehr viel und dafür bin ich unglaublich dankbar.

«DSDS» gibt es bis heute. Verfolgen Sie die Show noch?

Medlock: Ich schaue seit vielen Jahren kein «DSDS» mehr. Jede Zeit hat ihren eigenen Charakter und das ist auch völlig in Ordnung. «DSDS» wird immer ein Teil meiner Geschichte bleiben, denn dort hat alles angefangen. Aber heute konzentriere ich mich auf meinen eigenen Weg und freue mich einfach darauf, wieder Musik machen zu dürfen.

Sylt ist inzwischen viel mehr als Ihr Wohnort - was bedeutet die Insel für Ihr Leben und Ihre Musik?

Medlock: Sylt ist mein Zuhause und mein Rückzugsort geworden. Dort finde ich die Ruhe, die ich brauche, um neue Kraft zu tanken und kreativ zu sein. Gerade diese Gelassenheit hört man auch auf dem neuen Album. Die Insel hat mich als Mensch positiv geprägt.

Dort haben Sie in den vergangenen Jahren auch die Malerei für sich entdeckt. Hat diese kreative Phase Ihre Musik verändert? Und werden Sie beidem künftig gleichberechtigt nachgehen?

Medlock: Musik und Malerei gehören für mich einfach zusammen. Beides gibt mir die Möglichkeit, Gefühle auszudrücken. Ich glaube schon, dass mich das Malen auch musikalisch kreativer gemacht hat. Deshalb möchte ich beidem auch in Zukunft genügend Raum geben.

Ihre langjährige Vertraute Cornelia Reckert begleitet Sie seit vielen Jahren. Wie wichtig ist sie für Ihren Neustart? Und was macht diese besondere Vertrauensbasis zwischen Ihnen beiden aus?

Medlock: Conny ist für mich einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben und mein absolutes Zuhause. Zwischen uns gibt es grenzenloses Vertrauen und hundertprozentige Verlässlichkeit. Sie kennt mich besser als alle anderen und merkt sofort, wenn ich an meine Grenzen komme. Dann sagt sie mir auch ganz ehrlich: «Jetzt ist Schluss, jetzt brauchst du eine Pause.» Genau das ist für mich heute unheimlich wichtig. Sie passt auf mich auf, gibt mir Halt und sorgt dafür, dass ich mich nicht wieder übernehme. Dieses ehrliche Miteinander gibt mir die Sicherheit, meinen Weg mit Freude und ohne Druck zu gehen.

Sie stehen auch wieder auf der Bühne. Wie waren die ersten Auftritte, unter anderem beim «Schlagerbooom», für Sie?

Medlock: Das war ein ganz besonderer Moment. Natürlich war ich vorher unglaublich aufgeregt, aber sobald ich auf der Bühne stand, war dieses Gefühl sofort wieder da. Die Energie des Publikums und die Freude, wieder Musik machen zu dürfen, waren einfach unbeschreiblich.

Werden Sie auch auf Tour gehen?

Medlock: Das ist etwas, worüber wir gerade nachdenken. Ob und wann es dazu kommt, steht aber noch nicht endgültig fest. Wenn ich wieder auf Tour gehe, dann wird es keine grosse Mammuttour mit unzähligen Konzerten sein. Ich werde ganz bewusst nur wenige, ausgewählte Auftritte spielen. Diese möchte ich mit voller Freude, voller Energie und mit ganzem Herzen geniessen. Ich werde mich nicht mehr in einen Terminkalender pressen lassen oder das Gefühl haben, ständig funktionieren zu müssen. Heute entscheide ich selbst, was mir guttut und was ich leisten kann. Genau so möchte ich meine Zukunft gestalten.