Ralph Siegel (80) liegt seit Wochen in einem Münchner Krankenhaus, 18 Tage davon verbrachte er im künstlichen Koma. Nun steht seine Entlassung offenbar unmittelbar bevor. «Die Ärzte beratschlagen, ob ich am Donnerstag oder am Freitag entlassen werden kann», sagte der 80-Jährige der «Abendzeitung München» am Telefon. «Ich will einfach nur schnellstmöglich raus und würde mich daheim schneller erholen können.»
Von Genesung kann er nach seiner schweren Lungenentzündung trotzdem nicht sprechen, die Nachwirkungen begleiten ihn weiterhin. «Niemandem geht es gut, wenn er schwer krank ist. Ich habe irrsinnige Schmerzen in der Hüfte und den Beinen», berichtet Siegel der Zeitung. Besonders zu schaffen macht ihm seine Polyneuropathie, eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, unter der er schon vorher litt: «Ich könnte wegen der Schmerzen wirklich verrückt werden.»
«Ohne ihn wäre ich nicht mehr am Leben»
Trotzdem ist Siegel auch dankbar, vor allem seinem behandelten Arzt, dem er seit Langem vertraut. Bereits vier Mal war der Komponist an Krebs erkrankt. «Er steuert mich seit 20 Jahren. Ohne ihn wäre ich nicht mehr am Leben», sagt er über den Mediziner.
An die Entlassung dürfte sich zunächst eine Reha anschliessen. Auch dafür hat er schon eine Adresse im Sinn: «Im Jägerwinkel am Tegernsee war ich schon einmal.»
Beruflich denkt Siegel längst wieder an die Zukunft, unter anderem die Premiere seines Musicals «Zeppelin» im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen im Oktober. Und natürlich kam dem ESC-Urgestein auch im Krankenbett die Idee für eine neue Nummer. «Mein neuer ESC-Song fiel mir im Koma ein und ist seitdem in meinem Kopf», erzählt er. «Ich will nach zehn Jahren endlich wieder zum deutschen ESC-Vorentscheid. Daran arbeite ich jeden Tag.» 25 Mal war Siegel seit 1974 beim Eurovision Song Contest dabei, 1982 holte er mit Nicoles «Ein bisschen Frieden» den ersten Sieg für Deutschland.







